• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:
Clubzone

Clubzone April 2017

Na, das kann ja wirklich lustig werden! Wenn wir die Geschehnisse der letzten Wochen mal Revue passieren lassen und dann noch mit ins Kalkül nehmen, was die Gerüchteküche so in jüngster Zeit offenbarte, wird es auch in diesem Frühjahr genauso ungebremst und mit ordentlich Partyschmackes weitergehen wie bisher. Da war aber auch wirklich alles dabei: eine lang erwartete Eröffnung, Hammerbookings in Sachen HipHop und Electronica, und die geballte Vorfreude auf Open-Air-Feiereien, die erste vorsichtige Vorboten ins Nachtleben unserer kleinen Metropole entsandten. Aber genug des Vorspiels, wir starten lieber gleich in unsere kleine Party-Rundreise durch einen ziemlich abgefahrenen März in unserer kleinen Metropole.

Was lange währt wird endlich gut – oder: kaum zu glauben, das GLORIA STAGES hat tatsächlich eröffnet! Nach reichlich Verzögerungen war es Anfang März endlich soweit und die Oberglorianer Fonz, Samy und ihr Team konnten eine rauschende Premierennacht feiern. Und damit war dann allen klar, warum das Ganze so lange gedauert hat, denn die Umbauten sind schon massiv. Größter Pluspunkt auf den ersten Blick sind zum einen die zentrale Bühne auf der anderen Seite der Tanzfläche und zum anderen die vielen, ultra-bequemen und extra-stylischen Loungemöbel. Endlich mal wieder ein Club mit wirklich ausreichend Sitzplätzen, von denen man dazu noch einen megaguten Blick aufs Geschehen hat. Schon beim inoffiziellen Soft-Opening für geladene Gäste drei Tage vor der großen Premierennacht war das Urteil über die ausgesprochen gelungenen Umbaumaßnahmen einhellig. Schon da fand sich in den Kulträumen eine interessante Mischung aus dem aktuellen Who-is-Who der Saarbrücker Geschäftswelt und Szene und einstigen GLORIA-Größen, wie die stets bezaubernde Lilo K. als bessere Hälfte des ersten Betreibers des Tanzpalasts, ein. Selbstredend wurden hier und da noch kleine Mängel entdeckt, aber immerhin blieben ja noch 72 Stunden zur Beseitigung der letzten Macken. Die wurden dann vom Team des GLORIA STAGES auch bis auf die letzte Minute ausgereizt und so konnten dann am Samstag die erwarteten Massen hereinströmen. Was die dann geboten bekamen, war das zum Teil stundenlange Anstehen in der Riesenschlange vorm Eingang wirklich wert. Da wurde geklotzt und nicht gekleckert! Sämtliche Residents rockten Player als gäbe es kein Morgen. Dazu sehr sehenswerte Tanzeinlagen und ein ständiger Konfettiregen. Damit wurde die Latte im GLORIA STAGES richtig hochgelegt und wenn man nach den hochkarätigen Bookings für die nächsten Wochen geht, wird da auch nicht nachgelassen. Immerhin sind mit Sam Divine und Sonny Fodera gleich zwei internationale absolute Top-Deejays verpflichtet worden und die versprechen House-Feiereien der allerersten Vergnügungsklasse. Mit viel Spannung auch erwartet die Premiere des Monatliche BUSINESS MOVE, der jeweils am ersten Mittwoch eines Monats mit einer stimmungsvollen Mischung aus Live-Musik, DJ-Sounds und einem äußerst schmackhaften Buffet das Angebot an After-Work-Partys bereichern wird. Darüber dann aber erst nächsten Monat mehr.

Immer wieder eine vortreffliche Location für jede Menge durchfeierter Nächte ist bereits im fünften Jahrzehnt der Club NUMBER ONE. Wo früher einmal Grace Jones, Precious Wilson oder Patrick Hernandez feirten, gaben sich in den Neunzigern Sven Väth, Armand van Helden und Boris Dlugosch die Klinke in die Hand. Seit über einem Jahr wird hier wieder genau so ausgelassen gefeiert und dazu sind noch nicht mal sündteure Bookings von Gastkünstlern nötig, denn der Laden, bzw. die dort ins Leben gerufenen Partykonzepte sprechen für sich spricht längst für sich. So war jetzt Ende März die SUCK MY NUMBER der absolute Abriss. Eine Nacht, die es schon seit gut fünf Jahren im NUMBER ONE gibt, die aber immer wieder aufs Neue mit noch mehr geballter Partypower überrascht. Die deutsch-französische Kooperation punktete diesmal nicht nur mit den ausgesuchten House- & Black-Sounds der Deejays DJ RG aus dem NAUTICO in Metz und Starcks aus dem VOGUE Club in Reims, sondern vor allem auch mit den Masken, die an der Kasse ausgegeben wurden. Das Ganze lief nämlich unter dem Motto „Masked Party“ und entsprechend zügellos gingen die Massen zu Werke. Kurz und gut ein Maskenball wie er im Partybilderbuch steht, der kaum Wünsche offenließ, zumindest bis die Masken fielen. Aber da waren die meisten Gäste ja schon ganz unter sich. Dem neutralen Beobachter bleibt da nur die Vorfreude auf die nächste Party im NUMBER ONE. Aussichtsreiche Kandidaten könnten die LOUD&PROUD oder DJ Thomas’ CLUB LATINO sein, aber auch dazu nächsten Monat mehr.

Dass ausgelassenste Feierei nicht nur gerade der Pubertät entkommenen Partyfrischlingen vorbehalten ist, hat jetzt die Märzausgabe der Ü30 PARTY SAARLAND im MUSIKPARK im Homburger Musikpark wieder einmal ungemein schwungvoll gezeigt. Dabei war diese Sause vom Altersmix her vielleicht noch breiter gefächert als sonst, denn der reichte vom Langzeit-Studenten bis hin zum ein oder anderen Best-Ager. Eben Erwachsenen jeden Alters, die einfach gemeinsam eine Vorliebe für gute Musik teilen, die 80er und 90er Sounds oder ein paar Technoclassics genauso zu feiern wissen wie Aktuelles von Ed Sheeran oder Bruno Mars und sich bei dieser Ausgabe auch gleich über zwei Fassungen von „Sweet Dreams“ freuen konnten, obwohl zwischen dem Original der Eurtyhmics und dem Remake des ALTE SCHMELZ Residents DJ Higheffect locker dreißig Jahr oder mehr liegen. Besonderes Schmankerl war eine Gruppe Mädels in den besten Jahren, die stur auf wirklich alles Discofox oder Freestyle miteinander tanzten und so bis vier Uhr durchhielten, als sich dann wirklich absolut kein Tanzpartner mehr für sie finden ließ. Musik ist halt Geschmackssache und spätestens bei der nächsten Ü30 PARTY in Homburg feiern sie ja doch wieder alle zusammen.

Deutlich mehr Jahre hat der FISH von DJ Moh auf dem Buckel, aber nicht den Hauch weniger Partyschmackes. Die ersten Anzeichen von Frühlingsgefühlen haben dem dienstäglichen Wahnsinn scheinbar den Partyturbo verpasst, anders sind die seit einigen Wochen im Schwitzekeller herrschenden Ausnahmezustände kaum zu erklären. Klar war der FISH schon immer eine Veranstaltung der höheren Vergnügungsordnung, dafür sorgte allein schon die Mucke von Meister Moh himself und, okay, die Kampfpreise am Tresen spielen natürlich auch eine Rolle. Aber wer einmal beim FISH mitgefeiert hat, weiß dass es einfach die Mischung macht. Das hat diese Partyreihe auch in den letzten Wochen wieder auf das Eindruckvollste unter Beweis gestellt und es steht zu befürchten, dass dieser Dienstagsspaß noch richtig einen drauflegen wird.

Eines der absoluten Highlights im März war das gnadenlos ausverkaufte Konzert der Beginner in der Saarlandhalle. Dort nahm praktisch die gesamte Saarbrücker Partycommunity so viel Fahrt auf, dass auch anschließend in er Stadt allerorten richtig massiv eskaliert wurde. Ganz weit vorne mit dabei die bekanntermaßen Verhaltensauffälligen vom Hellwigstadion, die das SOHO bis in den hellen Vormittag hinein nach allen Regeln der Kunst auseinandernahmen. Unter dem Motto „mit Kapp geht’s ab“ gab’s auf zwei Etagen feinste Beats in die Hirse! Stereotonie mit Gastauftritt von Frank S. und Gute-Laune-Snow brachten die johlende Menge zu 80s, 90s und allem von erlaubt bis unerlaubt mächtig ins Schwitzen. Im Partykeller reichten sich bei Oldschool Hip-Hop und House-Classics zudem die DJs die Plattenteller in die Hand. Aus der Versenkung beglückt uns Hellwig-Urgestein Lieutenant Mauser, flankiert von Saus & Braus und „Dj-Rookie of the Year“ Mohkannix! Wenn das so weiter expandiert, muss Nasser O. sein SOHO das nächste Mal noch um eine Etage aufstocken, um dem geballten Partyirrsinn genügend Auslauf zu geben.

Seinen quasi Einstand nach Besitzerwechsel als Partylocation feierte Anfang März auch das CANOSSA im Untergeschoss der Uni-Mensa auf dem Campus. Der Anlass der Feierei war zwar eigentlich privater Natur, dennoch stellte die ausgelassene Sause mit reichlich Beteiligung der Saarbrücker Feiercrowd seine seit 1974 andauernde Ausnahmestellung unter Beweis. Außerdem waren unter den Gästen der Party neben reichlich Partyprominenz auch einige blinde Passagiere am Start, die sich eigentlich nur mit den extremst leckeren Traditionspizzas versorgen wollten, aber schon von draußen auf das unheilige Treiben im Basement aufmerksam geworden waren – und im Handumdrehen die Tanzfläche eroberten. Es hat dann schon ein paar Minuten gedauert, bis diesen ungeladene Partycrashern bewusst wurde, dass es sich um eine geschlossene Gesellschaft handelte, aber der stattliche Alkoholpegel der geladenen Gäste vereitelte die sofortige Enttarnung der Eingeschmuggelten. Na, in jedem Fall schmuggelten sich diejenigen, die sich gerade erst hereingeschmuggelt hatten, dann auch ganz schnell wieder hinaus. So verpassten sie allerdings eine live zu Gehör gebrachte Ein-Frauen-E-Gitarren-Version von Nirvanas „Come as you are“, die höchstwahrscheinlich den neuen CANOSSA-Chef Stefan F. und insbesondere Theken-Fee Pia C.  dazu gebracht hat, das Mitbringen von Instrumenten zukünftig mit drastischen Strafen zwischen Steinigung und Fingernägelziehen zu belegen. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass CANOSSA ist auch weiterhin einer der besten Orte um hemmungslos zu feiern, bei den „öffentlichen“ Partys genauso wie bei privaten Festlichkeiten – gleich ob eingeladen oder nicht

Wenn es um die echten Größen der Black Music und des HipHop geht führt schon seit Jahren in unserem Städtchen kein Weg an der KULTRURFABRIK vorbei. Diesmal war es kein Geringerer als Kid Ink himself der die Ausnahmestellung der KUFA in dieser Hinsicht unter Beweis stellte. Und wie! Der Laden pickepackevoll und gnadenlose Stimmung von der ersten Sekunde. Kid Ink hat den Laden komplett tiefergelegt und sogar noch das Feierlevel der Maitre Gims Party getoppt – und das wollte echt was heißen. Allerdings steht aufs Angenehmste zu befürchten, dass das BUMAYE Indoor Festival das alles locker toppen wird. Im April stehen aber die Eskalationszeichen auch für andere Styles sehr gut. Am Ostersonntag gibt’s die legendären TECHNO CLASSIX mit DJ PI & DJ Senad. Damit aber nicht genug gibt’s im KUFA Ableger HIRSCH am gleichen Tag bei der A.N.A.L. „Alles Nur Aus Liebe“ Nacht auch so richtig korrekten Technobass auf die Ohren. Aber wir wollen es ja auch nicht anders!

Was man ruhig mal auch in diesem Rahmen erwähnen kann, ist die Tatsache, inzwischen manche Kneipe oder Bar Teile des Nachtlebens bedient, an die früher nicht zu denken war. Da ging es zum Beispiel am St. Johanner Markt eher darum, gesellig einen zu zwitschern, meistenteils um anschließend in die Clubs zu ziehen. Das gar sich deutlich verschoben und kaum ein Laden hier der nicht über eine amtliche PA verfügt und locker clubmäßige Lautstärken erreicht. Der Laden mit der mit Abstand konsequentesten und besten Beschallung ist, ist die wahrscheinlich kleinste und eigentlich immer viel zu volle Kneipe am St. Johanner Markt. Die Rede natürlich vom ST. J., der mit Abstand ältesten Kultlocation in diesem Kiez. Die jeweiligen Betreiber haben es in den vergangenen fünf Jahrzehnten immer wieder hingekriegt, dass da, wo das JOTT war, vorne war. Aber während die, einstmals auch nicht ganz zu Unrecht als Tummelplatz für hochgestellte Polo-Shirt-Kragen verschriene, Bar jahrelang durch eher charttaugliche Mainstream- und Stimmungsmucke von sich hören machte, so kommt wohl keiner drum herum mittlerweile respektvoll einzugestehen, dass die Uhren hier anders gehen. Zwar ist das Publikum durch irgendeinen Zaubertrick beständig gleich jung und attraktiv geblieben und sie sehen auch immer noch nicht so aus als müssten sie wirklich auf jeden Cent achten, aber musikalischerweise liegen Welten zwischen dem ST. J heute und dem vor noch wenigen Jahren. Mittlerweile gibt’s hier in ausgezeichneter Klangqualität und mehr als ausreichender Lautstärke derart exzellente Minimal- und Avantgardertracks auf die erstaunten Ohren, dass sich so manch ein Club ruhig mal ‘ne Scheibe von abschneiden könnte.  Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Kneipe nicht nur eine der am stilvollsten eingerichtete, sondern praktisch auch der einzige authentisch verbliebene original Saarbrücker Laden am Markt ist, dann wundert’s nun wirklich keinen mehr, dass hier nicht nur in den letzten Monaten ganz klar der Ort war, wo man in die Nacht startete, sondern eben auch der Ort wo etliche Nächte zum Glück kein Ende finden wollten. Soweit wir uns daran erinnern können …

In diesem Sinne, take care    J.K.T

Previous ArticleNext Article