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Clubzone

Clubzone Mai 2017

Jedes Jahr lebt sie in schöner Regelmäßigkeit wieder auf, die Diskussion um das Tanzverbot im Umfeld des Karfreitags. Ganz im Ernst, wir schreiben mittlerweile das Jahr 2017, und all jene, die sich in ihrer Religiosität eingeschränkt fühlen, nur weil andere anderswo in der Nacht an Karfreitag ein bisschen tanzen, sind mit Sicherheit kaum an solchen Orten, wie Clubs und Diskotheken anzutreffen. Und bis auf die wenigen Ausnahmen an Telepathen und Hellseher unter den streng gläubigen Katholiken, sollte es sie kaum betreffen was dort passiert, beziehungsweise welche Musik dort wie laut und wie lange gespielt wird. Gefragt ist hier wohl eher ein gerüttelt Maß an gesundem Menschenverstand und die Fähigkeit gerade an Ostern, im eigentlich christlichen Sinne mal beide Augen zu zudrücken – und das hat unsere Stadtverwaltung dankenswerter Weise auch dieses Jahr wieder hinbekommen. Dafür Daumen hoch, aber jetzt genug gemeckert und auf ins Nachtleben.

Das im vergangenen Monat mit am meisten behandelte Thema ist sowas wie der vorausgeworfenen Schatten einer Megabespaßung. Denn vollkommen unchristlich zu Werke gehen wird es höchsterfreulicherweise Mitte Juli in der ehemaligen Völklinger Hütte, wenn das ELECTRO MAGNETIC Festival zum fünften Mal an den Start geht. Diese frohe Kunde hat in den letzten Wochen die gesamte saarländische Szene in einem Maße elektrisiert wie schon lange keine Großveranstaltung mehr, denn das Mitte April veröffentlichte Line-Up der Headliner kann sich mehr als sehen lassen. Darunter Alle Farben, Âme, Chris Liebing, Chris Wood & Meat, Francesca Lombardo, Gheist, Gunjah,, JoyceMuniz, Junge Junge, Karotte, Lexy & K-Paul, Mathias Kaden, Matthias Tanzmann, Moonbootica, Niklas Ibach, Oliver Huntemann, Rødhâd, Santé und viele mehr. Insgesamt werden es an die 50 DJs und Live-Acts sein, die das Herz nicht nur saarländischer Clubheads erfreuen werden. Was schlussendlich dabei rausgekommen ist, können wir dann demnächst genießen, wenn das endgültige und komplette Line-Up bekannt gegeben wird. Und darauf sollten wir uns schon jetzt freuen.

Die mit Abstand am meisten diskutierte Location unseres Städtchens in jüngster Vergangenheit war mit Sicherheit das GLORIA STAGES. Das galt schon vor der Eröffnung und hat seitdem der Laden nun am Start ist noch keinen Moment nachgelassen. Gesprächsstoff liefert der Laden jede Menge, denn neben dem wunderprächtig gelungenen Umbau, da sind sich alle einig, haben sich die Macher nämlich zu Beginn den ein oder anderen Schnitzer erlaubt – und auch da sind sich alle einig. Aber erstens haben die Ober-Glorianer ruckzuck reagiert und zweitens waren da auch richtig fette Partys mit dabei, die klargemacht haben, welchen Megapotential in dem Laden steckt. Zum Beispiel die Partys mit den Gastdeejays Sam DIvine und drei Wochen später Sonny Fodera, waren wohl das Beste in Sachen House, was in letzter Zeit in Saarbrücken zu hören war. Und so war es auch kein Wunder, dass sich da Leute auf der Tanzfläche einfanden, wie die sensationelle DJane Skip Ätschett, die sonst eher hinter den Decks im BLAU anzutreffen ist – oder unlängst erst im ARNIE&JULES mit DJ Michael Kastel – die die neue Zeitrechnung im GLORIA massiv feierten. Aber auch Eigenkonzepte konnten massiv auftrumpfen, wie die 90er Nacht RHYTHYM IS A DANCER mit DJ Moh oder die Afterwork-Sause BUSINESS MOVE mit einer fulminanten Mischung aus Live-Musik und DJ-Sounds und einem megaschmackhaften Buffet. Ein ganz besonderes Higlight ergab sich dann noch kurz vor Ende der Feierei als GLORIA Urgestein Guidon M. sich knapp dreißig Jahre zurückversetzt fühlte und unter Riesenapplaus eine spontane Breakdance-Einlage zum Besten gab. Besonders spektakulär gelang ihm zum Abschluss seiner umjubelten Kurzkür die eingesprungene Windmill, die ihn allerdings noch Wochen begleitete, denn dabei hat er sich so richtig die Knochen angeknackst. Aber der Mann, der schon von der Decke des GLORIA auf die Tanzfläche gestürzt ist, kann das auch nicht den Spaß verderben. Spätestens in ein paar Wochen propellert er wieder los. Die nächste BUSINESS MOVE ist dann übrigens ausnahmsweise an einem Donnerstag, weil am ersten Mittwoch im Mai die Premiere des COMEDY CLUB im GLORIA STAGES ansteht. Dafür gibt’s dann beim BUSINESS MOVE die einzigartige Jeannette Dalia Curta als Stargast und DJ Kasimir am Mischpult.

Derweil fand das GLORIA PALAST Revival in der Frühjahrsausgabe traditionsgemäß im nicht minder legendären Club NUMBER ONE statt. Wie schon im Vorjahr tat das der Feierfreude genau so wenig einen Abbruch wie die Tatsache, dass der Termin am Ostersonntag am Ende des Marathon-Partywochenendes lag. Die etwas anderen Achtziger feierten sich so richtig mit Schmackes bis in den frühen Morgen und stellten ein weiteres die Extraklasse dieser „Ehemaligen-Gemeinschaft“ unter Beweis. Einziger kleiner Wermutstropfen war die schmerzlich vermisste Breakdance-Einlage von Guidon M., aber der hatte sich ja wie gesagt in der Vorwoche am Rücken verletzt. Aber auch ohne die Akrobatikeinlage war das Ganze wieder mal eine echte Pracht und in den entsprechenden Facebook-Communitys wurde, kaum dass die Musik verklungen war, nach Playlists gefragt und nach dem Termin der nächsten gloriösen Feierei, aber die wird es erst nach dem Sommer geben. Doch auch sonst war der April im Traditionsclub reich an schwungvollen Festivitäten. Der HEARTBEATS 2 Years B-Day Bash gleich zu Monatsanfang war wieder mal ein überragendes Event mit fantastischen Gästen und mächtig guter Laune! Das stylische Ambiente, leckere Drinks und das beste Publikum der Stadt tat alles, um den Laden nach allen Regeln der Kunst abzureißen. Musiktechnisch servierte die Gute-Laune-Kombo um die DJs Splash, Stereotonie und Snow wieder die gnadenlos die Party-Hits der vergangenen Jahre. Der Crémant floss in Strömen und das Reinigungsteam war noch Tage später mit dem Abtransport der über 500 Kilo Konfetti beschäftigt. Nicht ganz zu Unrecht haben jetzt schon einige der Urheber Angst vor dem dritten Geburtstag nächstes Jahr.

Ebenfalls im NUMBER ONE für Furore sorgte die AFTERWORK PARTY in der XXXL Ausgabe am Gründonnerstag vor Ostern – und damit ist nicht die Leibesfülle von DJ Kasimir gemeint, sondern der Umstand, dass die Party diesmal zu einer special extended Version geriet. Wo sonst dem Wochentagstermin geschuldet immer so gegen ein Uhr Schicht ist, ging es diesmal ungebremst gleich etliche Stunden in die Verlängerung und aus der Afterwork-Party wurde eine amtliche Clubnacht. Und das alles ohne Eintritt – und mit megaleckerer Pizza vom LA TROPEA am Schanzenberg. Bei der Gelegenheit muss übrigens auch mal ein Lob an die Lichtjockey-Jungs Eike B. und Alex K. vom NUMBER ONE sein. Die machen nämlich einen Bombenjob – und dürfen sich dabei auch noch mit den ultranervigen Anfragen nach Lademöglichkeiten fürs schwächelnde Smartphone rumschlagen. Aber diese neue Pest im Nachtleben ist ein eigenes Thema. Wir kommen darauf zurück, aber jetzt geht es erstmal aus Saarbrücken heraus.

Denn nicht nur auf St. Ingbert bezogen sind die Ü30 PARTYS in der ALTE SCHMELZ schon eine Hausnummer für sich. Alle zwei Wochen feiern hier ganze Heerscharen Vergnügungswilliger als gäbe es kein Morgen und die Location bietet ja nun wirklich alles, was es für eine amtliche Partynacht braucht. Gleich auf mehreren Floors gibt es ein mitreißendes Spektrum unterschiedlichster Musikstile und dazu noch eine Wahnsinns-Cocktailbar und für den kleinen Hunger zwischendurch einen Extrastand mit hausgemachter, frischer Pizza. Weniger die Pizza, dafür aber die ein oder andere Flasche Wodka hatte es den musikalischen Gästen bei der NIGHT OF THE DJs angetan. Während „Gastgeber“ DJ Higheffect sich nach der ersten Flasche eher auf Hopfenklatschale – und seine weiblichen Fans – konzentrierte, sprachen die Gast-DJs Senad und Kasimir gerne weiter dem Wässerchen zu. Gab ja auch allen Grund in der ALTE SCHMELZ zu feiern, denn dieses Konzept feierte überaus erfolgreich Premiere, und die Helden mit den Kopfhörern bekamen auf der Bühne illusteren Besuch wie den unvergleichlichen Holger „Honk“ K. (Dynamic Lounge) nebst stets bezaubernder besserer Hälfte Myriam, Technik-Gott Mario „de Pälzer“ K. und Breakdance Urgestein Guidon M, der auch hier von seiner Verletzung zu berichten wusste. Aber nicht nur Backstage wurde gefeiert, auch der ganze Mainfloor stand stundenlang Kopf, so dass die ungemein attraktive ALTE SCHMELZ Chefin des Ganzen Moni H. schon mit Wiederholung drohte. Wir wären nochmal dabei!

In den Nächten mit Kid Ink und Maitre Gims hatte die KULTURFABRIK die Partylatte ja schon ordentlich hochgelegt. Mit der BUMAYE Nacht aber hat der Laden mal wieder der ganzen Stadt gezeigt, wie massiv Party gemacht wird. Es war halt mal wieder an der Zeit der Saarbrücker Partyycommunity richtig einzuheizen – und mit dieser neuen Partyreihe ist das 1000%ig gelungen – aber sowas von. Auf dieser Party in der KUFA gab es nicht nur ein oder zwei DJs, die ihr Programm runter dudelten sondern insgesamt sechs Sound-Systems bzw. DJs, die den ganzen Abend feinsten Reggae, Dancehall, HipHop und House aufs Gehör ballerten! Das Ganze lief auch nicht nach einer bestimmten Reihenfolge ab, sondern immer im Mix! Das war echter Abriss und nach diesem unglaublichen Opening gings schon am 30.04 in der KUFA in die 2. Runde, aber davon können wir erst in der nächsten Ausgabe berichten.

Eine echte Ausnahme im bunten Reigen des Nachtlebens der Landeshauptstadt ist seit ein paar Jahren das BORSALINO an der Ecke Gerber- und Bleichstraße. Fast schon wie in einer ganz anderen Welt scheint hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Gerade jetzt über das verlängerte Osterwochenende wurde hier zu verschiedenen Mottos die Nacht zum Tage gemacht und in den frühen Morgenstunden schon mal der ein oder andere Twist auf das Parkett gelegt wurde. Besonderen Anteil am Erfolg des Tanzcafés haben die beiden erfahrenen Chefinnen, die sich jedes Wochenende höchstpersönlich um das Wohl der Kundschaft kümmern und sei es auch nur, indem sie immer wieder mit Raritäten aus dem Plattenschrank beeindrucken. In dem charmanten Tanztreff mitten in der Stadt wird nach wie vor allem auf ein zeitloses Musikprogramm mit den Eckpfeilern Chanson, Schlager und Oldies gesetzt. Das soll aber nicht bedeuten, dass nun gar keine aktuellen Hits zu Gehör gebracht werden – was die Gäste wünschen und was zur angenehmen Atmosphäre passt, wird auch gespielt. Und die Wünsche sind genauso bunt gemischt wie das Publikum, das sich aus Erwachsenen jeden Alters zusammensetzt. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich die Dinger hier weiterhin so erfreulich entwickeln und dieser Treffpunkt abseits der Mainstream-Diskotheken weiter viele neue Freunde findet.

Alles in allem also wieder jede Menge Schabernack in den vergangenen Wochen und es sieht glücklicherweise kein bisschen so aus, als würde sich im Mai was daran ändern. Und wenn der Wonnemonat nun doch sprichwörtlich etwas neu machen sollte, dann ist hier genau der Platz, wo nächsten Monat darüber zu lesen sein wird.

In diesem Sinne, take care J.K.T.

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