Was bleibt übrig, wenn sich die Liebe zweier Ehepartner aufgelöst hat? Bei Marie und Boris ein gemeinsames Haus – bezahlt von ihr, aufwändig renoviert von ihm – und zwei kleine bezaubernde Töchter. Weil das Einkommen von Boris nicht für eine eigene Wohnung reicht, zieht er ins kleine Arbeitszimmer auf die Couch. 15 Jahre lang sind mal Zuneigung, mal Zorn, mal Bitterkeit gewachsen und irgendwo müssen sich diese Gefühle nun entladen, irgendwo in dem Seelengefängnis, zu dem das gemeinsame Heim geworden ist.In dieser Beziehung steht Geld für Dinge, über die beide Partner streiten können, es ist aber nicht die tiefere Ursache dafür. Eine Investition ist niemals nur ökonomischer oder finanzieller Natur. Boris und Marie kommen auf keinen gemeinsamen Nenner wenn es darum geht, zu bewerten, was sie einander gegeben haben, weil sie sich von Anfang an nicht klar darüber waren, was jeder in die Beziehung investiert hat. Äußerst klug und lebensnah geht Lafosse dem simplen Gedanken nach, dass, wenn man zusammen Kinder bekommt, man sich anfangs nicht vorstellt, dass die Beziehung auseinandergehen könnte. Deswegen wohnt jeder Trennung diese Traurigkeit inne – weil sie nicht eingeplant war, man sie vor lauter erster Verliebtheit nicht auf der Rechnung hatte.
OT: L’économie du couple – F, B 2016 – Drama, Biografie
Regie & Drehbuch: Joachim Lafosse (Unsere Kinder)
Darsteller: Berenice Bejo (The Artist), Cedric Kahn (Mein ziemlich kleiner Freund), Marthe Keller (Bobby Deerfield),
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 03. November 2016
Läuft wo: CameraZwo Saarbrücken
Wertung: 8 von 10
Kino & Filme
Die Ökonomie der Liebe

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