Im Wien des frühen 20. Jahrhunderts ist Egon Schiele neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka einer der herausragendsten bildenden Künstler. Sein Leben und Werk sind geprägt von Erotik und Vergänglichkeit, so als ob er sowohl sein eigenes nicht fernes Schicksal (er wird 1918 28-jährig an der spanischen Grippe sterben) als auch den Abgrund, vor dem Europa so kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs steht, erahnen würde. Leidenschaftlich lebt er für seine Malerei, die inspiriert wird von jungen Frauen und dem Geist einer zu Ende gehenden Ära. Seine minderjährige Schwester Gerti ist seine erste Muse, doch schon bald führt ihm sein Künstlerfreund Klimt die rothaarige Wally zu, mit der ihn fortan eine ebenso stürmische wie innige Beziehung verbinden wird, die sich durch Schieles Schaffen zieht und durch sein Gemälde „Tod und Mädchen“ unsterblich geworden ist. Dieter Berner lässt in seinem Film einen der prägendsten Künstler der Wiener Moderne aufleben. Mit Noah Saavedra brilliert ein neues Talent als radikaler, skandalumwitterter Künstler, der in permanenten Lebenskrisen schwebend hin und hergerissen wird zwischen Selbsthingabe und Selbstbehauptung.
Ö, Lux 2016 – Drama, Biopic
Regie: Dieter Berner (Liebemacht)
Drehbuch: Dieter Berner (Endlich Schluss), Hilde Berger (Zimmer 34)
Darsteller: Noah Saavedra (James Bond – Spectre), Maresi Riegner (Uns geht es gut), Valerie Pachner (Vor der Morgenröte), Marie Jung (Hannah Arendt), Daniel Sträßer (Lou Andreas-Salomé)
Länge: 109 Minuten
Kinostart: 17. November 2016
Läuft wo: Camera Zwo Saarbrücken
Wertung: 7 von 10
Kino & Filme
Egon Schiele

Previous ArticleZAZ encore!





