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Kino & Filme

Gleißendes Glück

Gefangen in einer zusehends scheiternden Ehe, scheint selbst ihr geheimer Komplize Gott die schlaflose Protagonistin Helene Brindel verlassen zu haben. Bis sie den Ratgeberautoren Eduard E. Gluck hört, der Helene mit seiner Theorie über den Zusammenhang von Glück und Kybernetik fasziniert. Sie liest sein Buch, schreibt ihm einen Brief und besucht seinen Vortrag. Dem ersten Treffen folgt ein Abendessen und schnell fühlen sich beide zueinander hingezogen. Doch hinter seiner charmanten Fassade kämpft Gluck mit seinen eigenen Dämonen, einer obsessiven Porno-Sucht, die er ihr schon bald offenbart, wohlgemerkt nur verbal, dafür aber umso expliziter. Basierend auf dem Roman „Original Bliss“ der Schottin A.L. Kennedy erzählt Regisseur Sven Taddicken die Geschichte zweier Menschen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und die doch viel verbindet, bis hin zu einem Finale, wie man es eher einem Lars von Trier zutrauen würde als einem deutschen Film. Intensiv in der Inszenierung, verstörend in der Aussage und mit zwei Großmeistern der Schauspielkunst gesegnet, wird dieser Film zu einem Kinoerlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst. Seine internationale Premiere feierte der Film auf dem A-Filmfestival in Karlovy Vary, wo er mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.
D 2016 – Drama
Regie & Drehbuch: Sven Taddicken (Emmas Glück)
Drehbuch: Stefanie Veith (Sitting next to Zoe), Hendrik Hölzemann (Kammerflimmern)
Darsteller: Martina Gedeck (Das Leben der Anderen), Ulrich Tukur (Exit Marrakesh), Johannes Krisch (Revanche), Hans-Michael Rehberg (Schindlers Liste)
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 20. Oktober 2016
Läuft wo: Camera Zwo Saarbrücken
Wertung: 8 von 10

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