Hanna (Dwyer), eine junge Psychotherapeutin in Wien, lernt auf einer Urlaubsreise den attraktiven Yann (Tambrea) kennen. Beide verfallen einander leidenschaftlich, und als Hanna nach Wien zurückkehrt, taucht bald auch Yann dort auf, für ein paar Tage – und dann bleibt er ganz. Doch in das Glück der heftigen Anziehung mischt sich bald ein Misston. Yanns Verhalten wird einengend und besitzergreifend, und schon nach kurzer Zeit offenbart sich in ihm ein neurotisch eifersüchtiger, zu Aggressionen neigender Charakterzug, der das Leben Hannas vollständig kontrollieren will. In einem ihrer immer häufigeren offenen Konflikte stößt Hanna ihn in einer impulsiven Abwehrreaktion in die Donau und ängstigt sich fortan, dass er ertrunken sei. Auch ihr Verhalten nimmt seltsame Züge an, und die Frage drängt sich dem Zuschauer als Möglichkeit auf: Ist die männliche Figur real oder eine Projektionsfläche, eine bloße Illusion? »Ma Folie« ist ein subtil und originell aufgebauter Psychothriller, dessen gelungene Handlungsspannung zusätzlich gesteigert wird durch die Irritation einer durchdacht ins Irreale driftenden Atmosphäre. Der Film ist ungemein geschickt konstruiert und filmsprachlich raffiniert und überzeugend umgesetzt. Yann schickt Hanna immer wieder mit dem Smartphone aufgenommene Videobotschaften, und schon diese Collagen mit ihrer suggestiven Dichte sind Kunststücke für sich.
Österreich 2015 – Thriller – Lovestory
Regie & Drehbuch: Andrina Mracnikar (Der Kärntner spricht deutsch)
Darsteller: Alice Dwyer (Remembrance), Sabin Tambrea (Ludwig II.), Oliver Rosskopf (Die Werkstürmer)
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 21. Juli 2016
Läuft wo: Filmhaus Saarbrücken
Wertung: 8 von 10 Sternen
Kino & Filme
Ma Folie

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