Es gibt sie wirklich, die Green-Card-Soldaten, die ihr Leben als Pfand für die nationale Identität einsetzen. In Soy Nero erzählt Regisseur Rafi Pitts am Beispiel eines Mexikaners exemplarisch ihre Geschichte und lässt nichts von der irrwitzigen und brutalen Absurdität aus, die ihre Wirklichkeit ist. Der 19jährige Nero ist Amerikaner; Mexikaner, wenn man es ganz genau nimmt. Aufgewachsen ist er in L.A., doch irgendwann musste er wieder gehen. Aber Nero will unbedingt wieder zurück, und es gelingt ihm, sich an den Grenzkontrollen vorbei durchzuschlagen bis nach Beverly Hills. Hier lebt sein Bruder in einer fürstlichen Villa. Was dieser jedoch verschweigt ist die Tatsache, dass ihm dieser luxuriöse Ort der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gehört, sondern er ihn nur hütet für einen anderen. Nero muss also weiterziehen, wird bald wieder aufgegriffen und steht vor der erneuten Abschiebung. Nur noch eine Möglichkeit bleibt ihm: Nero bietet an, was er hat, sein Leben. Er wird Green-Card-Soldat und zieht für die USA in den Krieg. Kehrt er lebendig zurück, gewinnt er die US-Staatsbürgerschaft. Der Film über einen jungen Mann im Niemandsland von Identität und Zugehörigkeit wirkt wie in zwei Kapitel unterteilt: eins in der westlichen Welt und eins in Kriegsgebieten, wo eher dröges Warten und Bewachen von Grenzkontrollposten auf der Tagesordnung stehen als Feuergefechte und Häuserkampf. Pitts nimmt sich viel Zeit für seine Hauptfigur und schafft es dadurch einen authentischen Eindruck über dessen Lebensumstände zu vermitteln.
D, F, Mex, USA 2016 – Drama
Regie: Rafi Pitts (Zeit des Zorns)
Drehbuch: Rafi Pitts (It’s Winter)
Darsteller: Johnny Ortiz (City of McFarland), Aml Ameen (Maze Runner), Rory Cochrane (Argo), Joel McKinnon Miller (Brokklyn Nine-Nine)
Länge: 117 Minuten
Kinostart: 10. November 2016
Läuft wo: Filmhaus Saarbrücken
Wertung: 7 von 10
Kino & Filme
Soy Nero

Previous ArticleCafé Society





